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Prozesskostenfinanzierer – Was ist das und wie unterscheidet er sich von der privaten Rechtsschutzversicherung?

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Was ist ein Prozesskostenfinanzierer?

Ein Prozesskostenfinanzierer (auch Litigation Funder) ist ein privates Unternehmen, das gerichtliche Auseinandersetzungen finanziert, wenn eine hohe Chance besteht, den Prozess zu gewinnen.

Der Finanzierer übernimmt je nach Vertrag:

  • Gerichtsgebühren

  • Kosten der Anwälte

  • Sachverständigenkosten

  • Kosten des gegnerischen Anwalts im Fall des Prozessverlusts (je nach Modell)

Der große Vorteil:
Die rechtssuchende Person trägt kein finanzielles Risiko – weder für Vorschüsse noch für die Kosten einer eventuellen Niederlage.

Der Preis:
Im Erfolgsfall erhält der Prozesskostenfinanzierer einen prozentuellen Anteil aus dem erstrittenen Betrag (Success Fee). Scheitert der Prozess, trägt der Finanzierer die Kosten und bekommt nichts.

Für wen ist ein Prozesskostenfinanzierer geeignet?

  • Für Personen oder Unternehmen ohne ausreichende finanzielle Mittel, um einen Prozess zu führen

  • Für Fälle mit hohem Streitwert (typisch: ab EUR 10.000–20.000, häufig viel höher)

  • Für rechtlich gut dokumentierte und aussichtsreiche Ansprüche

  • Für situativ einmalige Streitigkeiten (keine laufenden, kleinen Alltagsrisiken)

Rechtsschutzversicherung vs. Prozesskostenfinanzierer: Die wichtigsten Unterschiede

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Die private Rechtsschutzversicherung und ein Prozesskostenfinanzierer verfolgen zwar das gleiche Ziel – den Zugang zum Recht zu ermöglichen –, funktionieren jedoch grundlegend unterschiedlich.

1. Zeitpunkt & Zweck

BereichRechtsschutzversicherungProzesskostenfinanzierer

Zeitpunkt des AbschlussesVor dem Rechtsfall (präventiv)Nach Entstehen des Rechtsfalls

ZweckAbsicherung gegen zukünftige rechtliche RisikenFinanzierung eines konkreten bereits bestehenden Streitfalls

2. Kosten & Vergütung

BereichRechtsschutzversicherungProzesskostenfinanzierer

Kosten für den KundenLaufende Prämien; meist SelbstbehalteKeine Kosten; im Erfolgsfall Erfolgsbeteiligung

Kostenrisiko bei ProzessniederlageMeist gedeckt, abhängig vom TarifTrägt der Finanzierer

3. Entscheidungsgrundlagen

BereichRechtsschutzversicherungProzesskostenfinanzierer

DeckungsprüfungPrüfung nach Versicherungsbedingungen, Wartezeiten, RisikoausschlüssenWirtschaftliche Betrachtung: Erfolgsaussichten & Realisierbarkeit

MindeststreitwertMeist keinerOft hoher Mindeststreitwert (z. B. > EUR 10.000–20.000)

4. Einfluss auf die Prozessführung

BereichRechtsschutzversicherungProzesskostenfinanzierer

MitspracherechtVersicherte Person bleibt Herr des VerfahrensFinanzierer kann strategische Vorgaben mitbestimmen (abhängig von Vertrag)

Kurz zusammengefasst

  • Ein Prozesskostenfinanzierer ersetzt die fehlende finanzielle Möglichkeit, einen einzelnen aussichtsreichen Prozess zu führen.

  • Eine Rechtsschutzversicherung ist eine Risikoabsicherung für viele mögliche zukünftige Fälle.

  • Prozesskostenfinanzierer tragen das Kostenrisiko – verlangen aber im Erfolgsfall eine Beteiligung.

  • Rechtsschutzversicherungen verlangen Prämien – decken aber meist ohne Beteiligung am erstrittenen Betrag.

Beide Modelle ergänzen einander, schließen sich aber nicht aus.

 

Prozesskostenfinanzierer vs. Rechtsschutzversicherung – die zentralen Unterschiede

1. Zeitpunkt des Abschlusses

Kriterium                         Rechtsschutzversicherung                                           Prozesskostenfinanzierer

Abschluss                      Vor Eintritt des Schadens („präventiv“)                   Nach Eintritt des Rechtsfalls

Zweck                             Absicherung künftiger Risiken                                Finanzierung eines konkreten Prozesses

2. Kostenmodell

Kriterium                         Rechtsschutzversicherung                                            Prozesskostenfinanzierer

Kosten                            Monatliche/jährliche Prämie                                    Keine Kosten vorab

Selbstbehalt                 Je nach Tarif möglich                                                  Kein Selbstbehalt

Beteiligung                   Keine Beteiligung am Streitwert                               Erfolgsbeteiligung bei Gewinn

3. Finanzielle Risiken

Risiko                              Rechtsschutzversicherung                                               Prozesskostenfinanzierer

Risiko                             bei ProzessniederlageVersicherer übernimmt,         Trägt der Finanzierer vollständig

                                       sofern gedeckt

4. Zugangsvoraussetzungen

Kriterium                      Rechtsschutzversicherung                                                Prozesskostenfinanzierer

Mindeststreitwert     meist keiner                                                                        typischerweise hoch

Wartezeiten               oft vorhanden                                                                     keine

Ausschlüsse              Artikel 7 ARB                                                                       wirtsch.Betrachtung Erfolgschance

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Texte: Literatur " Die Rechtsschutzversicherung, eine praxisorientierte Grundriss" Herausgeber: Dr. Franz Kronsteiner - ISBN: 139783704687128

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